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Papier – In Haushalt und Büro wird noch viel zu selten

Recyclingpapier eingesetzt

 

Recyclingpapier ist genauso zweckmäßig wie Blätter aus frischen Fasern. Doch seine Herstellung verbraucht viel weniger Energie und Wasser - und schont den Wald. Warum bloß greifen Verbraucher immer seltener zum Altpapier? Und warum werden in den Geschäften nicht viel mehr hochwertige Produkte aus Altpapier angeboten?

Ganze 250 Kilogramm Papier und Pappe verbraucht jeder Deutsche im Jahr, der Weltdurchschnittsverbrauch liegt bei 59 Kilogramm pro Person. Für die Papierherstellung wird viel Energie verbraucht und entsprechende Mengen des Treibhausgases CO2 ausgestoßen. Aber nicht nur das schädigt unser Klima: Wegen des enormen Papierverbrauchs, unter anderem in Deutschland werden weltweit immense Flächen von Wald gerodet. Und das ist eines der größten ökologischen Probleme auf der Erde, denn damit gehen massive Beeinträchtigungen des globalen Klimahaushalts einher.


Gute Gründe für Recyclingpapier
Bereits die Hälfte des weltweit industriell eingeschlagenen Holzes wird in der Papier- und Zellstoffherstellung verarbeitet. Wenn wir Papier sparen, entlasten wir nicht nur die weltweite Rohstoffquelle Wald, wir schützen auch Primärwälder und tragen zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Und wir bewahren den Lebensraum der lokalen Bevölkerung.

Dabei gibt es gerade bei Papier eine bewährte und umweltverträgliche Alternative: Recyclingpapier. Altpapier-Recycling schont nicht nur die Wälder, weil Papierfasern aus zweiter Hand frisches Holz ersetzen. Die Herstellung von Ökopapier spart auch Energie und damit CO2 ein. Obendrein verbraucht sie viel weniger Wasser.


Recyclingpapier weniger beliebt als früher
Wer 1.000 Blatt Druckerpapier durch ein Recyclingprodukt ersetzt, könnte mit der gesparten Energie 70 Computer mit Flachbildschirm einen Arbeitstag betreiben, so das Umweltbundesamt. Die Herstellung von Recyclingpapier spart gegenüber der Herstellung von Frischfaserpapier jeweils rund 60 Prozent Energie und Frischwasser ein. Doch während Kartons und Zeitungen seit vielen Jahren fast ausschließlich aus Altpapier bestehen, gibt es im Büro und auch im Haushalt großen Nachholbedarf.
Pure Verschwendung bei Hygieneartikeln

Auch bei Notizblöcken und Kopierpapieren, Taschentüchern und Toilettenpapier greifen die Deutschen nur zögerlich zu Recyclingwaren. Allerdings wird das auch immer weniger angeboten. Dabei ist es gerade bei Hygieneprodukten pure Verschwendung, frischen Zellstoff einzusetzen. Schließlich benutzt man sie nur einmal und wirft sie dann in den Müll, so dass die kostbaren Fasern nicht einmal mehr wiederverwertet werden können.

Vor ein paar Jahren wurden rund 75 Prozent der Hygienepapiere aus recyceltem Papier hergestellt, nun sind es gerade mal 56 Prozent. Noch immer halten sich hartnäckige Vorurteile gegen Recyclingpapier. Viele glauben, es sei grau, unansehnlich und weniger fest als frische Ware. Doch diese Klischees treffen längst nicht mehr zu. Moderne Recyclingpapiere sind fast so hell wie Neupapier und diesem qualitativ in jeder Hinsicht ebenbürtig.


„Blauer Engel“ garantiert Umweltverträglichkeit
Zur Verwirrung tragen auch viele Fantasie-Labels bei, die sich unter anderem auf Schulheften finden. Siegel wie „Aqua pro natura“ oder „Weltpark Tropenwald“ zeichnen keine wirklich ökologischen Produkte aus. Beste Umweltstandards garantiert hingegen der „Blaue Engel“. Ihn dürfen nur Papierprodukte tragen, die zu 100 Prozent aus Recyclingfasern bestehen. Außerdem ist der Einsatz schädlicher Chemikalien und optischer Aufheller weitgehend verboten. Der „Blaue Engel“ prangt inzwischen auf Hunderten von Papierprodukten - vom gelben „Hafti“-Zettel über die Küchenrolle bis zum edlen Briefpapier.

Quelle / Link: www.verbraucherfuersklima.de