umweltzentrum_sl_200x68Klimaschutz schmeckt!  

Klimaschonende Ernährung ist mit vielen Vorteilen verbunden



Genießen, gesund leben und das Klima schützen schließen sich nicht aus. Im Gegenteil. Wer sich an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung hält, tut sowohl sich selbst als auch der Erde etwas Gutes. Unser Fleischkonsum sollte beispielsweise halbiert werden und wir können mit weniger Fleisch und mehr Getreide, Gemüse, Salate und Obst die köstlichsten Speisen genießen.

Die meisten von uns greifen regelmäßig zu Lebensmitteln mit zu viel Energie. Das liegt nicht nur daran, dass wir viel Schokolade und andere Süßigkeiten essen. Etwa 60 Kilogramm Fleisch und Wurst, pro Jahr verzehrt heutzutage jeder Durchschnittsbewohner in Deutschland. Aus gesundheitlicher Sicht wäre eine starke Senkung dieser Verzehrsmengen sehr viel besser.

Auch fette Milchprodukte wie Sahne, Butter und fette Käsesorten kommen zu häufig auf den Tisch. Eine Reduzierung der Menge um mindestens ein Drittel täte unseren Körpern gut – und dem Klima auch. Bei Eiern sollte man aus den gleichen Gründen auf 50 der ca. 200 verzehrten Eier im Jahr verzichten.


Ernährungsumstellung lohnt sich aus verschiedenen Gründen
Würden die Einwohner Deutschlands ihre Ernährungsgewohnheiten entsprechend umstellen, gäbe es zum einen viel weniger Übergewichtige. Zum zweiten könnten die Nutztiere theoretisch mit heimischem Futter versorgt werden. Sojaimporte aus Übersee würden – zumindest rechnerisch – überflüssig. Kein wertvoller Urwald müsste mehr dafür geopfert werden und viele Ferntransporte wären überflüssig. Auch deutlich weniger heimisches Getreide käme in den Futtertrog und könnte stattdessen unmittelbar für die menschliche Ernährung genutzt werden. Fürs Klima wäre das ein Segen – genau wie die dann mögliche Verkleinerung der Kuh- und Schafherden um mehr als die Hälfte. Denn die Wiederkäuer blasen große Mengen Methan in die Luft. Und schließlich sollte nicht vergessen werden, dass unser heutiger Fleisch-, Milch- und Eierkonsum aus der intensiven konventionellen Tierhaltung zum Hunger anderswo in der Welt beiträgt. Weil Futter für den Export anzubauen oft mehr Geld bringt als die eigene Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen, pflanzen die Bauern in vielen ärmeren Ländern Soja und Mais an und verkaufen ihn nach Europa und in die USA.


Knackig, gesund und klimafreundlich: Freilandfrüchte aus der Region
Auch an anderer Stelle gehen Genuss, Gesundheit und Klimaschutz Hand in Hand. Wer den Geschmack von Freilanderdbeeren und -tomaten im Sommer mit der aufgepäppelten Winterware aus dem Treibhaus vergleicht, weiß: Sonnenverwöhntes schmeckt einfach besser. Zugleich enthalten reife, frisch geerntete und verzehrte Früchte die volle Dichte an Vitaminen und Mineralstoffen. Fürs Klima ist der Unterschied gigantisch: Eine im Winter gezüchtete Treibhaustomate verursacht mehr als 100 Mal so viele Klimagase wie eine unter freiem Himmel rot gewordene Kollegin – und das alles auch noch bei deutlich reduziertem Geschmack.

Am günstigsten ist es natürlich, wenn das frische Gemüse und Obst aus der Region stammt. Dann ist es nicht nur superfrisch, sondern hat auch kaum klimabelastende Transportkilometer hinter sich. Außerdem stärken kurze Wege vom Erzeuger zum Verbraucher die Wirtschaftskreisläufe in der Region.


Um die halbe Erde und künstlich gereift
Wer nicht so lange warten will, bis Bohnen, Tomaten oder Erdbeeren bei uns reif sind, sollte lieber zu Freilandware aus Spanien oder Italien greifen als zu Obst und Gemüse aus beheizten Gewächshäusern.

Was allerdings um die halbe Welt reist, bevor es bei uns im Supermarkt landet, muss meist relativ hart und grün geerntet werden, damit es nicht matschig bei uns ankommt. Zum Teil werden die Früchte dann noch künstlich nachgereift, bevor sie zum Verkauf angeboten werden können. Den Geschmack verbessern solche Prozeduren natürlich nicht. Und der lange Transportweg verschlechtert die Klimabilanz solcher Ware zusätzlich.


Frischgemüse gibt es nicht aus der Dose
Frische Himbeeren oder Birnen enthalten deutlich mehr Vitamine als solche aus der Dose. Um Obst haltbar zu machen, wird es auf 80 und manchmal sogar über 100 Grad erhitzt – wodurch viele Nährstoffe verloren gehen. Rund die Hälfte des Vitamin C bleibt beim Eindosen auf der Strecke.

Zugleich belastet der Energieverbrauch fürs Eindosen das Klima. Ähnliches gilt – in etwas geringerem Maße – auch für tiefgekühlte Ware. Bezogen auf den gesamten Herstellungsprozess sind aber getrocknete Kartoffelprodukte (Klöße und Püree) und TK-Pommes die größten Klimakiller im Gemüsesortiment. Sie schädigen das Klima ähnlich stark wie Geflügel- und Schweinefleisch.


Leckerer, gesünder und klimaschonender: Obst und Gemüse vom Biobauern
Wer beim Einkauf zu BIO-Obst und Gemüse greift, verzichtet damit nicht nur auf einen ansonsten häufig mitgelieferten Pestizidcocktail. Er entscheidet sich auch für die klimafreundlichere Variante. Denn Biobauern dürfen keinen mineralischen Stickstoffdünger und keine chemisch-synthetischen Pestizide einsetzen – und deren Herstellung ist mit hohen CO2-Lasten befrachtet. Ob auch BIO-Fleisch besser fürs Klima ist als konventionelle Ware ist dagegen umstritten. Unzweideutig dagegen ist, dass Tiere in der ökologischen Tierhaltung wesentlich bessere Lebensbedingungen haben als ihre konventionell gehaltenen Artgenossen. Sie bekommen vielfältigeres und eher heimisches Futter und haben mehr Auslauf.